Der Ring der Macht

Torin klopfte sich den Staub von der Schulter. Er schaute noch mürrischer drein, als es nach Zwergenart üblich war. „Was für ein verdammter Bastard!“, schimpfte er. Thalia trat an seine Seite und entfernte weiteren Staub von seinem Rücken. Fast zärtlich strich sie ihn von deinem Harnisch als wolle sie Torin damit auch beruhigen. Die Helden kamen aus der Festung Barad-Naur gelaufen. Sie hatten eine harte Schlacht gekämft und mussten nun fliehen. Denn vor ihren Augen konnte Morcar der Dunkle sein furchtbares Werk vollenden und den Einen Ring, den Ring der Macht fertigstellen. Der Drache war besiegt. Gulion, Morcars Schüler starb. Aber Morcar trägt jetzt diese entsätzliche Waffe an einem seiner knochigen, fauligen Finger.
„Wie konnte das passieren?“ sprach Zimrond, „warum konnten wir das nicht verhindern?“ Dabei schaute er zu Radagast dem Braunen hinüber. Zeitgleich trafen auf die Blicke von Gunthor und Torin den Zauberer. „Ich werde Rat halten mit Mentor, auch will ich seine Meinung hören zu den Äußerungen von Alartar dem Grauen.“ Wenn dieser Recht behält, haben wir noch eine Möglichkeit Morcar zu stoppen. Nur noch eine, unsere letzte Chance!“
„Ich hab den Schlaftrank erhalten. Alatar gab ihn mir. Er muss doch für etwas gut sein“, sagte Talia die Druidin beinahe trotzig. „Ist es auch, meine werte Mitstreiterin, ist es auch“, sprach Radagast und rieb schon den kleinen Rubin um mit Mentor in Kontakt treten zu können. „Alatar sprach von dem Basilisken südlich des Weißen Gebirges in Gondor. Das wird unser Weg sein.“ „Und Eldarion?“ unterbrach Zimrond überraschend , “wenn wir durch Gondor ziehen, müssen wir Eldarion vorher befreien. Aragorn, der König von Gondor bat uns drum, er flehte uns an, seinen Sohn zu retten. Er muss noch in Morcars Gewahrsam sein.“ „Der kleine Mistkerl hat uns verraten!“ rief Gunthor, Stenthors Sohn. Dabei würde er richtig wütend, dass seine mächtigen Oberarmmuskeln wieder deutlich hervortraten. „Warum sollten wir ihm helfen?“ „Gunthor, großer Freund, es war nicht in seinem Tun. Morcar hatte seinen Vater in der Gewalt. Eldarion musste folgen. Er ist ein guter Mann und ein tapferer Krieger. Noch unerfahren und jung. Aber er wird ein großer König werden“ sprach Radagast. „Ihr sprecht Wahres, Zimrond, wir müssen ihm irgendwie helfen. Wir müssen ihn retten!“
„Pah“ Wenn er überhaupt noch lebt,“ höhnte Torin der Zwerg dazwischen, „wer weiß, was Morcar mit ihm angestellt hat.“ „Nun, wir werden es sehen. Ich denke er wird ihn als Druckmittel irgendwo gefangen halten. Wir werden ihn schon finden…“ sagte Radagast und wirkte beruhigend auf Gunthor und Torin ein.
Die Helden liefen ein paar Meilen und schlugen dann ihr Lager auf an einer Stelle, wo sie vor unvorhersehbaren Orkangriffen oder Goblinüberfällen sicher sein konnten. Es wurde Abend und das Dunkel der Nacht überzog das Tal wie eine samte Decke. Fast friedlich schien das Land nun. Nichts errinnerte daran, dass ein grausamer Schatten sich von den Goldenen Bergen her ausbreitete. Nichts lies erkennen, dass eine gierige schwarze Hand versuchte, die Macht über Mittelerde zu erringen; mit der todbringendsten Waffe, welche je erschaffen wurde.
Eine beruhigende Stille machte sich um das kleine wärmende Feuer breit und Radagast entfernte sich einige Schritte um nun mit Mentor sprechen zu können. Wieder einmal begann der Rubin zu leuchten und hüllte das Gesicht des Zauberers in leichtes Rot. Lange sprachen die beiden Meister der Magie und sie waren sich einig. Nur mit Hilfe des Basilisken Lyggonui könnte der Dunkle gestoppt werden. Radagast trat wieder zu seinen Freunden ans Feuer und berichtete ihnen über das weiterte Vorgehen.
„Schlaft jetzt, wir haben noch etwa 5 Stunden, dann brechen wir auf. Über die Ostpassage und am Aschengebirge vorbei wird unser Weg gehen. Wir müssen durch Ithilien und über den Anduin. Je nachdem, wie uns die Gondorianer hold sind, führt uns der Weg nördlich oder südlich des Weißes Gebirges bis nach Aglarond, der alten Zwergenstadt. Dort müssen wir den Basilisken bezwingen. Es wird ein langer Marsch und ein harter Kampf. Wie es ausgeht, vermag niemand vorher zu sagen. Aber wir haben keine andere Möglichkeit. Ruht nun, wir haben viel vor!"
…to be continued